Avengers-Kinoboykott, HBO-Streaming-Politik: Konzerne treiben Nutzer in die Illegalität

Ein Meilenstein von Regisseur Joss Whedon soll er sein, der neue Avengers-Film „Age of Ultron“. Action für die Jungs, Robert Downey Jr. für die Mädels. Und selbst der sonst so popcornkino-kritische Spiegel lobt die Fortsetzung des Blockbusters Marvel’s The Avengers (1,5 Milliarden Dollar Umsatz) als „… fein zwischen Humor und Wow-Effekt ausbalancierten Superhelden-Actionfilm…“. Blöd nur, dass viele Deutsche dieses Fazit nicht ziehen können. Mehr als 700 Kinos im Bundesgebiet boykottieren den Film: die Preiserhöhung von Verleiher Disney war zu hoch.

Als Cineast hat man jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder man nimmt die Reise in ein größeres Kino auf sich, im Allgäu zeigen zum Beispiel die Kinos in Memmingen, Füssen und Kaufbeuren den Film, oder – was wahrscheinlicher ist – man saugt sich den Film ohne Fahrtkosten und Extra-Ticketpreis für erzwungenes 3D aus dem Internet.

Es ist eine einfache Rechnung: Je leichter der Zugang zu legalen Inhalten, desto weniger wird „schwarz“ geschaut. Deutlich sieht man das am aktuellen HBO-Fall. Tausende Nutzer außerhalb der USA richten sich eine VPN-Verbindung ein und zahlen freiwillig die Gebühr für den Streaming-Dienst HBO-Now um Sendungen wie „Game Of Thrones“ oder „Last Week Tonight“ im O-Ton gleich nach Veröffentlichung zu sehen. Das will der Sender nun aber unterbinden und droht Accounts, die außerhalb der USA angesiedelt sind, zu schließen. HBO müsse schließlich die Rechteinhaber in den entsprechenden Ländern unterstützen. Werbeeinnahmen – in Deutschland hat Sky die Rechte an der fünften Staffel „Game Of Thrones“ – sollen so geschützt werden. Der Effekt wird aber ein anderer sein: HBO-Sendungen führen die Torrent-Charts wieder mit großem Vorsprung an.