Ein Plädoyer für mehr Freude

Wir meckern. Unentwegt und ständig. Über den schusseligen Partner oder den nervigen Chef. Über das schlechte Fernsehprogramm, dämliche Politiker, zu hohe Gehälter bei anderen und zu wenig Netto in unserer Tasche. Und über Pferdefleisch. Und Ratingagenturen. Und Frauenfußball. Hauptsächlich Frauenfußball.

Wir meckern und wir meckern gerne. Wir versuchen, uns über den stillen Konsumenten zu stellen. Wollen besser sein als der BLÖD-Leser und BLÖD-Glauber. Wollen dazugehören zur intellektuellen Elite, zur Diskussionskultur – und werden dabei aber immer mehr zum endlos beleidigten Spießer.

Sicher: Kritik, Protest und Diskussionen sind wichtig – nur dadurch besteht die Chance, dass sich etwas ändert. Und ohne Frage – es muss sich etwas bewegen in diesem Land. Doch das ständige Gejammer in allen Lebenslagen hält uns von einem essentiellen Gedanken ab:

„Uns geht es gut!“

Wir leben in einem Land, in dem Wasser zur Grundversorgung gehört und jeder ärztliche Versorgung bekommt. Grundnahrungsmittel sind günstig und überwiegend gesund – die Kriminalitätsrate ist selbst für europäische Verhältnisse niedrig. In Deutschland muss niemand auf der Straße leben und jeder, der diesen Text liest, hat Zugang zu einem freien Netzwerk voller Information, Kultur und… Pornos.

Manchmal ist es Zeit, sich zu freuen.  

Über den ja eigentlich doch tollen Partner und über den eigentlich doch tollen Chef. Freuen, über diese eine Fernsehsendung, die wir gerne gucken und darüber, dass wir uns trotz Euro-Krise das Lebensnotwendige und noch viel mehr leisten können. Und über Bier – das vermutlich einzig probate Mittel gegen  (Vorsicht! #sarkasmus, sonst #aufschrei) Frauenfußball – garantiert ohne Pferdefleisch. Prost.