Avengers-Kinoboykott, HBO-Streaming-Politik: Konzerne treiben Nutzer in die Illegalität

Ein Meilenstein von Regisseur Joss Whedon soll er sein, der neue Avengers-Film „Age of Ultron“. Action für die Jungs, Robert Downey Jr. für die Mädels. Und selbst der sonst so popcornkino-kritische Spiegel lobt die Fortsetzung des Blockbusters Marvel’s The Avengers (1,5 Milliarden Dollar Umsatz) als „… fein zwischen Humor und Wow-Effekt ausbalancierten Superhelden-Actionfilm…“. Blöd nur, dass viele Deutsche dieses Fazit nicht ziehen können. Mehr als 700 Kinos im Bundesgebiet boykottieren den Film: die Preiserhöhung von Verleiher Disney war zu hoch.

Als Cineast hat man jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder man nimmt die Reise in ein größeres Kino auf sich, im Allgäu zeigen zum Beispiel die Kinos in Memmingen, Füssen und Kaufbeuren den Film, oder – was wahrscheinlicher ist – man saugt sich den Film ohne Fahrtkosten und Extra-Ticketpreis für erzwungenes 3D aus dem Internet.

Es ist eine einfache Rechnung: Je leichter der Zugang zu legalen Inhalten, desto weniger wird „schwarz“ geschaut. Deutlich sieht man das am aktuellen HBO-Fall. Tausende Nutzer außerhalb der USA richten sich eine VPN-Verbindung ein und zahlen freiwillig die Gebühr für den Streaming-Dienst HBO-Now um Sendungen wie „Game Of Thrones“ oder „Last Week Tonight“ im O-Ton gleich nach Veröffentlichung zu sehen. Das will der Sender nun aber unterbinden und droht Accounts, die außerhalb der USA angesiedelt sind, zu schließen. HBO müsse schließlich die Rechteinhaber in den entsprechenden Ländern unterstützen. Werbeeinnahmen – in Deutschland hat Sky die Rechte an der fünften Staffel „Game Of Thrones“ – sollen so geschützt werden. Der Effekt wird aber ein anderer sein: HBO-Sendungen führen die Torrent-Charts wieder mit großem Vorsprung an.

This is getting big: 10 Millionen Dollar für’s Computer-Zocken

Während am Dienstag Millionen Menschen auf der Welt den Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen den WM-Gastgeber Brasilien im Fernsehen verfolgten, wurde rund 10.000 Kilometer vom Halbfinal-Spielort Belo Horizonte Geschichte geschrieben. In der Key Arena in Seattle hat „The International 2014“ begonnen.

Ein internationales Turnier, bei dem die Teilnehmer das PC-Game Dota 2 von Valve spielen. Ein Turnier, bei dem am Ende 10 Millionen US-Dollar an die Spieler ausgezahlt werden. Ein Turnier, bei dem das Sieger-Team (fünf Mitglieder pro Mannschaft) rund 4,8 Millionen Dollar erhält – rund 900.000 Dollar pro Spieler. Zum Vergleich: Für den Einzug ins Finale der Fußball-WM bekamen die Spieler der deutschen Mannschaft 150.000 Euro. [Read more…]

Samstagvormittag im Supermarkt: „Ich hab’s passend“

Es ist wohl eines der bedeutendsten Phänomene unserer Zeit. Waren es früher elementare Fragen, wie: „Warum landet der Apfel im Schoß des Wissenschaftlers?“ oder „warum ist die Banane krumm?“, müssen wir uns heute fragen: „Warum gehen Rentner am Samstagmorgen einkaufen?“

Heute Vormittag: Tatort V-Markt, Kaufbeuren/Neugablonz. Ich will eigentlich nur schnell den Wocheneinkauf erledigen, Oma Irmgard hat aber etwas dagegen. Sie hat’s nämlich passend. Glaubt sie. Während ich mich frage, wie lange meine Tiefkühlpizza bei gefühlten 30 Grad im Supermarkt braucht, bis sie knusprig ist, kramt die Seniorin in ihrem Portemonnaie. Von einer anderen Kasse höre ich: „Nein, D-Mark können wir leider nicht mehr annehmen.“ [Read more…]

Von Giraffen, Löwen und Idioten

Bengt Holst hatte ein hehres Ziel: Er wollte den Menschen in Kopenhagen etwas beibringen. Er wollte ihnen erklären, dass Fleisch – so natürlich es als Nahrungsmittel ist – nicht auf Bäumen wächst. Er wollte zeigen, dass für Fleischkonsum Tiere sterben müssen. Gleichzeitig nahm er sich vor, zwei Probleme in seinem Zoo lösen. Das eine Problem war die Inzest-Gefahr in seinem Giraffengehege, die laut den Regeln der Europäischen Zoo- und Aquarienvereinigung in seinem Zoo bestand.  Das zweite Problem: Seine Löwen waren hungrig.

Was weiter passierte, kann man auf vermutlich jedem Online-Portal dieser Welt nachlesen. Das Auswildern der betroffenen Giraffe sei nicht möglich gewesen, kein Zoo wollte „Marius“ aufnehmen und auch eine Kastration sei nicht in Frage gekommen. [Read more…]